wenn die Glückshormone wieder tanzen …
Bewegung zu Musik für Menschen mit Parkinson oder anderen neurologisch bedingten körperlichen Bewegungseinschränkungen.

Die Kurse beginnen wieder im Frühjahr 2020!

in  Spandau, in Kooperation mit der Parkinson Selbsthilfegruppe Spandau
Ort:    Staaken Center, Obstallee 22d-e, Evangelische Kirchengemeinde, 13593 Berlin

in Potsdam, Fabrik Potsdam, Schiffbauergasse – fabrikpotsdam.de
Tag und Zeit stehen noch nicht fest – oder bitte telefonisch erfragen.

Dieser Kurs  wird in Kooperation mit der Selbsthilfegruppe für Parkinsonpatienten Staaken organisiert, ist offen für alle Interessierte und auch die jeweiligen Partner/innen. Denn: gemeinsam macht es doppelt Spaß.

Tanzen mit Morbus Parkinson

Morbus Parkinson hat ganz individuelle Verläufe und äußert sich sehr unterschiedlich. Jeder Körper reagiert individuell. Die Bewegungsarmut ist eines der zentralen Symptome, d.h. willkürliche Bewegungsabläufe werden stockend und verlangsamen, das Gangbild wird kleinschrittig, die Mimik ist reduziert. Weitere Erscheinungsformen sind das Zittern oder die Starre der Muskulatur. Damit geht einher, dass sich die Betroffenen immer weniger selbst spüren und koordinieren können. Der Tanz in Kombination mit der Musik dient als Mittel, die Muskulatur wieder zu stimulieren und geschmeidiger zu machen. Dadurch erhält das Gehirn neue Informationen in dem Bewegungsareal und kann im Alltag darauf zurückgreifen. Gewissermaßen über Umwege dem Symptom ein Schnippchen schlagen und die natürliche Beweglichkeit erhalten, ist das Ziel beim Tanzen mit Parkinson.

Musik, Rhythmus, Atem, Stimme, freies kreatives Gestalten der Bewegung, das gegenseitige Begleiten in den Bewegungskombinationen, all das fördert die Lebensfreude, steigert die Mobilität und das Selbstvertrauen, schenkt eine neue Gemeinschaft. Die Musik wirkt unmittelbar auf die Seele, beschwingt und befreit, und überrascht, wie viel Beweglichkeit doch noch möglich ist. Getanzt wird im Sitzen, im Liegen, im Stehen; allein und zusammen; im Kreis und aus der Reihe! Partner*innen sind herzlich willkommen.

Tanzen heilt die Seele und den Körper,
Tanzen vermittelt Freude und Mut, gibt Kraft
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Jegliche Art von Bewegung und insbesondere des Tanzes, regt die Produktion von Glückshormonen an. Bereits vor dem Auftreten der typischen Symptome von Morbus Parkinson bilden sich jene Nervenzellen zurück, die sowohl für die Koordination und Feinmotorik, als auch für die Produktion von Dopamin zuständig sind. Es entsteht ein Ungleichgewicht der Botenstoffe, was zu Zittern, Freezing (Muskelsteifheit), allgemeine Verlangsamung der Bewegungsabläufe, „Einfrieren“ der Mimik etc. führt. 

Tanzen fördert die eigene Kreativität, die allgemeine Aktivität, Lust auf Begegnung und soziale Kontakte. Die Musik wirkt unmittelbar auf die Seele, beschwingt und befreit und überrascht, wie viel Beweglichkeit doch noch möglich ist.
Ein neues, positives Lebensgefühl stellt sich ein.

Wie sieht eine Stunde ‚Tanzen mit Parkinson‘ aus?

Nach dem gegenseitigen Begrüßen und Kennenlernen beginnen wir mit der Aufwärmung des Körpers durch Klopfmassagen, Isolations- und Atemübungen.  Wir tanzen sitzend auf dem Stuhl, um den Kontakt zum Körper durch die Schwerkraft herzustellen, die uns bei den Bewegungsfolgen im Stehen zu mehr Sicherheit und Gleichgewicht verhilft. Manchmal entstehen eigene Choreographien, ein andermal Improvisieren wir mit einem Partner oder lernen leichte Tänze aus der Folklore. 

Die Rhythmen der verschiedenen Musiken lassen das typische Freezing überwinden. Zum Abschluss gibt es eine Entspannungsphase, aber auch Zeit für Gespräch und Austausch ist sehr wichtig. Besonders schön ist, wenn die Angehörigen dabei sind und mitmachen, denn in entspannter Atmosphäre befreit sich der Blick aufeinander und lässt die Glückshormone wieder tanzen.   

Diese Phänomene gelten in ähnlicher Weise für alle Menschen mit chronischen, neurologischen Krankheitsbildern.